International
Afrika

Benin wählt nach Putschversuch – Romuald Wadagni gilt als Favorit

Presidential candidate Romuald Wadagni greets supporters at a campaign rally in Cotonou, Benin, Friday, April 10, 2026. (AP Photo/Abadjaye Justin Sodogandji)
Benin Election
Romuald Wadagni.Bild: keystone

Benin wählt nach Putschversuch – Nachfolger gilt als gesetzt

12.04.2026, 07:2512.04.2026, 07:25

Wenige Monate nach einem vereitelten Putschversuch wählt der westafrikanische Küstenstaat Benin einen neuen Präsidenten. Beobachter rechnen mit einem Sieg des Finanzministers Romuald Wadagni (49), der von Amtsinhaber Patrice Talon als Protegé und Nachfolger ins Rennen geschickt wurde. Talon selbst darf nach zehn Jahren an der Spitze des kleinen französischsprachigen Nachbarlands von Nigeria nicht mehr antreten.

Unter Talon erlebten Benins rund 15 Millionen Einwohner, die zum grossen Teil von Baumwoll- und Cashew-Anbau leben, beachtliches Wirtschaftswachstum, aber auch Einschränkungen der politischen Freiheiten. Die geschwächte und uneinige Opposition schickt nur einen Gegenkandidaten ins Rennen. Bei den Parlamentswahlen im Januar gewann die Regierungskoalition alle Sitze.

Islamistischer Terror im Norden des Landes

Im Dezember hatte eine Gruppe meuternder Soldaten im staatlichen Fernsehen einen Staatsstreich verkündet. Die Regierung und das restliche Militär gewannen binnen weniger Stunden aber wieder die Oberhand. Nigeria half dabei im Rahmen der regionalen Staatengemeinschaft Ecowas mit Luftschlägen sowie einer Einsatzgruppe. Mehrere Dutzend Verdächtige, denen eine Beteiligung vorgeworfen wird, sitzen in Haft.

Als Motivation nannten die Putschisten unter anderem die sich verschlechternde Sicherheitslage im Norden des Landes. Dort dehnen sich zunehmend islamistische Terrorgruppen aus den nördlich angrenzenden Staaten Burkina Faso und Niger aus, die in dicht bewaldeten Naturschutzgebieten entlang der Grenze Unterschlupf finden. Trotz verstärkten Einsatzes erlebte Benin im vergangenen Jahr dort den bislang tödlichsten Angriff mit 54 getöteten Soldaten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die besten Pressefotos 2026 (Afrika)
1 / 9
Die besten Pressefotos 2026 (Afrika)

«When Giants Fall» von Halden Krog, Daily Mail
Professionelle Jäger erschiessen eine Elefantenfamilie, die im Sango Wildlife Conservancy im Savé Valley Conservancy in Simbabwe zur Bestandsreduktion ausgewiesen wurde.

quelle: halden krog/world press photo
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Löwen-Tourismus in Südafrika – Tierleid unter dem Deckmantel des Artenschutzes
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Drohne mit Sprengkopf in Finnland abgestürzt
Im Süden Finnlands ist eine Drohne mit einem scharfen Sprengkopf abgestürzt. Die Herkunft ist bislang unklar, aber es gibt einen Verdacht.
Im Wald bei Iitti hat die finnische Polizei am Samstag eine abgestürzte Drohne samt nicht explodiertem Sprengkopf gefunden. Verletzt wurde niemand. Die Armee soll den Sprengkopf nun entschärfen.
Zur Story